Bürgerdialog

Ministerpräsident Kretschmann stellt sich kritischen Fragen

Ministerpräsident Winfried Kretschmann

Der Landkreisbesuch von Ministerpräsident Winfried Kretschmann am 1. Oktober begann in Wertheim mit dem Spatenstich zum Ausbau der Bundesautobahn A3. Im Fechtzentrum Tauberbischofsheim konnte er sich von der international geschätzten Trainingsarbeit überzeugen. In Igersheim-Harthausen besichtigte der erste grüne Regierungschef die Innovationsfabrik der Firma Wittenstein. Sein letztes Ziel war der Jakobshof der Familie Lehr in Markelsheim. Insgesamt zeigte er sich sehr beeindruckt von Weltmarktführern im Kreis einerseits und den Aktivitäten zum naturverträglichen Tourismus und zur ökologischen Energieerzeugung andererseits.

Winfried Kretschmann beim Bürgerdialog in der Bad Mergentheimer WandelhalleBeim Bürgerdialog in der Bad Mergentheimer Wandelhalle gab es die Möglichkeit, mit dem Ministerpräsidenten persönlich zu sprechen. Den mit Protestplakaten anwesenden Windkraftgegnern hielt er vor, zu kritisieren ohne Alternativen aufzuzeigen. Die Alternativen zur Windenergie seien eben Kohle und Atom. Aus beidem wolle man aussteigen. Der Klimawandel verändere die Landschaft viel stärker als die Windräder. Die Windenergie biete dagegen die Möglichkeit zur Wertschöpfung im ländlichen Raum. Während der strahlende Atommüll für 1 Million Jahre sicher gelagert werden müsse, was niemand versprechen könne, könnten die Windräder, wenn man etwas Besseres gefunden habe, komplett wieder abgebaut und recyclet werden.

 

Die Landesregierung unternehme viel, um die Breitbandversorgung zu verbessern. Dies gelte ebenso für die Bildung. Beides seien zentrale Investitionen in die Zukunftsfähigkeit des Landes. Deutschland dürfe sich nicht auf dem Erreichten ausruhen, sondern müsse sich stets weiter entwickeln. Wie schnell man abstürzen kann zeigte Kretschmann an der Firma Nokia auf. Die habe einen entscheidenden technologischen Fortschritt verpasst und sei deswegen in der Versenkung verschwunden.

 

Erschüttert zeigte er sich von einer Anhörung der Landesregierung von Jesiden, die vor den Terrormilizen des IS in Nordsyrien geflüchtet waren. Deren Fotobuch mit unvorstellbar grausamen Bildern habe er sofort wieder schließen müssen. Er warb dafür, Flüchtlinge in unserem Land aufzunehmen.

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