Als wäre nichts gewesen

Feinstaub, Stickoxide, Klimawandel sind Probleme, die vielen Menschen Sorgen machen. Wenn durch Autoabgase dreimal so viele Menschen sterben wie durch Verkehrsunfälle, dann muss etwas geschehen. Siebzig Prozent der Deutschen wollen, dass mehr für den Umwelt- und Klimaschutz getan wird. Dazu sind eine Energie- und Verkehrswende erforderlich.

 

An den kommunalen Entscheidungsträgern in Bad Mergentheim sind diese Diskussionen aber scheinbar spurlos vorbei gegangen. Anders ist nicht zu erklären, dass sie alle Probleme ignorieren und ihre autoorientierte Kommunalpolitik fortsetzen, als sei nichts gewesen. Dabei müsste Bad Mergentheim, das als Gesundheitsstadt auf eine gesunde Umwelt wirtschaftlich stärker angewiesen ist als andere Städte, ein extrem hohes Interesse an sauberer Luft haben. Dem ist leider nicht so.

 

Der Gemeinderat fällte in letzter Zeit immer wieder Entscheidungen, die das Autofahren fördern, statt die Verkehrswende und die Luftreinhaltung voran zu bringen.

 

  • Die erste Stunde in den städtischen Parkhäusern bleibt weiter kostenfrei.
  • Löffelstelzen bekommt am Ortseingang einen völlig unnötigen Kreisverkehr.
  • Im Baugebiet Bandhaus IV in Edelfingen müssen für jede Wohnung zwei Parkplätze gebaut werden.
  • Bei der Erneuerung der Holzapfelgasse werden Parkplätze statt eines Gehwegs angelegt.
  • Ab 2018 fahren nur noch zwei statt drei Stadtbusse und das Ruftaxi wird ganz eingestellt.

 

Die Verkehrsbelastungen versucht man allenfalls mit neuen Straßen zu bekämpfen. Die Südumgehung hat den Verkehr in der Innenstadt aber nicht vermindert. Sie hat nur mehr Verkehr gebracht. Im Mittleren Graben fahren z.B. wieder 16.000 Kfz pro Tag. Gleichzeitig hat der Verkehr auf der Westumgehung massiv zugenommen und belastet die dortigen Anwohner*innen. Das ist kein Wunder. Wenn man den Bürgern die Alternativen zum Auto vorenthält, zwingt man sie zum Autofahren.

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