Sind aller guten Dinge drei?

Nach der Absage aus Stuttgart war die Enttäuschung groß. Die Landesgartenschau kommt nicht nach Bad Mergentheim. Rund 100.000 € wurden für das Bewerbungskonzept und dessen Präsentation beim Besuch der Jury umsonst ausgegeben. Für die hoch verschuldete Stadt ist das viel Geld. Dabei waren sich viele schon sicher, dass es im zweiten Anlauf klappt. An dem Bewerbungskonzept habe es angeblich nicht gelegen, berichtete der verantwortliche Landesminister Peter Hauk. Ellwangen sei nur deshalb vorgezogen worden, damit die Landeserstaufnahmestelle für Flüchtlinge dort weiter geduldet wird.

Nun stellt sich die Frage, ob sich Bad Mergentheim ein weiteres Mal bewerben soll. Auf Antrag der CDU-Fraktion wurden dafür bereits 50.000 € in den Haushaltsplan der Stadt für das Jahr 2019 eingestellt. Wir Grüne wollen nach reiflicher Überlegung aber auf eine dritte Bewerbung verzichten. Zwar bekommt man für eine Landesgartenschau viele Zuschüsse des Landes, um die Stadtentwicklung voranzutreiben. Im Jahr der Gartenschau ist man auch in den Medien sehr präsent. Mit Crailsheim hätte die Stadt bei dieser Bewerbung aber erneut einen Konkurrenten aus derselben Region. Eine dieser beiden Bewerbungen würde wieder nicht berücksichtigt werden. Das konnte auch nicht durch die gemeinsame Mitgliedschaft von Crailsheim und Bad Mergentheim im Verein "Hohenlohe plus" verhindert werden. Wir Grüne fühlen uns durch diesen Vorgang in unserer Skepsis gegenüber diesem Städtenetzwerk bestätigt.

Die zu vergebende Landesgartenschau liegt auch so weit in der Zukunft, dass schwer abzusehen ist, ob eine heute ausgearbeitete Planung dann noch sinnvoll ist. Wir sehen die Gefahr, dass notwendige Entwicklungen der Stadt wegen einer Landesgartenschau in die Zukunft verschoben statt angepackt werden. Und wir meinen, dass man Stadtentwicklung auch ohne Gartenschau betreiben kann, und zwar schon jetzt.

2019-01-14

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