Miserable Fußverbindung zum Einkaufszentrum

Eine vom Gemeinderat als unverzichtbar betrachtete Bedingung für den Bau des Einkaufszentrums auf dem ehemaligen Güterbahnhofgelände war eine gute Fußverkehrsverbindung zwischen der Bad Mergentheimer Innenstadt und dem "Activ-Center". Ziel war, die Besucher des Einkaufszentrums zu Fuß auch in die Innenstadt zu führen. Damit hätte der Einzelhandel in der Altstadt, der sich wegen der neuen Konkurrenz Existenzsorgen machte, vom Activ-Center profitiert. Geplant und mit dem Investor vertraglich vereinbart war ein neuer ebenerdiger Bahnübergang für Fußgänger am Bahnhof. Damit hätte vom Haupteingang des Einkaufszentrums über die Bahngleise, die Bahnhofstraße, den Gänsmarkt und die Kirchstraße eine direkte Fußverkehrsverbindung zwischen dem Einkaufszentrum und der Fußgängerzone bestanden. Dieser Plan scheiterte jedoch leider am Widerstand der Westfrankenbahn, die einen solchen Übergang zunächst zugesagt, später aber abgelehnt hat.

Blick in die Härterichstraße

Die Innenstadt ist heute für den Fußverkehr nur über die Härterichstraße (Foto) mit dem Nebeneingang des Activ-Centers in der Wolfgangstraße verbunden. Doch dieser Weg ist wenig attraktiv. Die meiste Verkehrsfläche wird vom Autoverkehr beansprucht. Die Fußgänger werden auf schmale Gehwege gezwungen, auf denen sich kaum zwei Menschen begegnen können, ohne auf die Straße ausweichen zu müssen. Die schmalen Gehwege werden noch dazu häufig von Werbeständern, Verkehrszeichen, Mülleimern oder gar parkenden Fahrzeugen blockiert.

Der Eingang Wolfgangstraße des Activ-Centers ist zudem wenig kundenfreundlich. Über eine Treppe bzw. mit einem Lift muss man zunächst ins Obergeschoß. Dort führt ein Gang ins zentrale Treppenhaus, über das man mit dem Aufzug oder über die Treppe die Hauptgeschäfte im Erdgeschoß erreicht.

Zu viele Autos in der Härterichstraße

Das Stadtwerk Tauberfranken hat ein neues Holzhackschnitzel-Heizkraftwerk erstellt. Über ein Netz von Fernwärmeleitungen versorgt es zahlreiche Gebäude in der Stadt mit CO2-neutraler Wärme und erzeugt gleichzeitig Strom. Bei der Leitungsverlegung bekamen etliche Straßen einen neuen Fahrbahnbelag. Dies war auch in der Härterichstraße der Fall.

Wir Grüne haben im Stadtrat beantragt, die Härterichstraße nach der Leitungsverlegung nicht nur mit neuem Asphalt zu versehen, sondern gleichzeitig mehr Raum für den Fußverkehr zu schaffen. Die Trennung der Verkehrsfläche in eine Fahrbahn für die Autos und in Gehwege für den Fußverkehr sollte zu Gunsten einer gemeinsam genutzten Mischfläche aufgegeben werden. Auf dem Deutschordensplatz und in der Kapuzinerstraße funktioniert das bereits bestens. Dies hätte die Attraktivität für zu Fuß Gehende deutlich erhöht und die Fußweganbindung des Einkaufszentrums an die Innenstadt verbessert. Unsere wiederholten Forderungen und Anträge im Gemeinderat wurden jedoch stets abgelehnt. Statt dessen wurde lediglich ein neuer Fahrbahnbelag aufgebracht. Angesichts der prekären Finanzlage der Stadt wird es in absehbarer Zeit nicht mehr möglich sein, die Straße neu zu gestalten. Eine einmalige Chance wurde leichtfertig vergeben.

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