Alles wie gehabt

Den Auftrag zur Planung der Sanierungsarbeiten in der Holzapfelgasse hat die Stadtverwaltung, wie schon bei den Straßen im Weberdorf, der Kapuzinerstraße, dem Deutschordensplatz, der Funken- und Ochsengasse, dem CDU-Stadtrat Hanspeter Fernkorn erteilt. Seine Pläne fielen dann auch genau so autofreundlich aus wie immer. Die Gehbereiche und die Parkplätze werden aufwändig gepflastert, der Fahrstreifen dazwischen asphaltiert. Die Trennung des Fahrstreifens vom Gehweg führt dazu, dass die Autofahrenden diese Fläche allein für sich beanspruchen und trotz verkehrsberuhigter Zone schneller als die erlaubten 7 km/h fahren. Nebenbei bemerkt, je höher die Baukosten, umso höher fällt auch das Honorar für den Planer aus. Wir Grüne sind erneut mit unserem Antrag gescheitert, eine durchgehend asphaltierte Mischfläche für alle Verkehrsarten zu schaffen, das sogenannte shared-space-Konzept. Das wäre nicht nur billiger gewesen, sondern hätte auch dazu geführt, dass alle Verkehrsarten die gesamte Verkehrsfläche nutzen.

In der Gemeinderatssitzung vom 23.11.2017 kam es dann aber besonders dick. Auf Antrag von Stadtrat Franz Imhof von den Freien Wählern wurde die Variante 1b beschlossen, die auf der Südseite auf eine Gehfläche verzichtet und stattdessen vier Parkplätze anlegt. Die Interessen der Autofahrenden wurden einmal mehr über die der Fußgänger*innen gestellt. Diese Variante hatte noch nicht einmal der autoorientierte Planer Fernkorn gewünscht. Dabei befindet sich in der Holzapfelgasse die Realschule St. Bernhard mit entsprechend viel Fußverkehr zur Schule.

2017-11-25

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