Ungeheurlich: Gemeinderat lehnt Windrad ab

Verhindern kann dieser Gemeinderatsbeschluss das Windrad nicht. Es kann auf privaten Grundstücken trotzdem entstehen. Die Stadtkasse geht dann aber leer aus. Das hielt die Mehrheit des Gemeinderats dennoch nicht davon ab, mit Nein zu stimmen. Als Grund für diesen Beschluss wurden die ablehnenden Beschlüsse der Ortschaftsräte von Apfelbach und Wachbach angeführt. Diesen Voten müsse sich der Gemeinderat anschließen, wurde argumentiert.

Selbstverständlich beschließt kein Gemeinderat gerne Nachteile für seine Bürger. Bei der Entscheidung ging es aber darum abzuwägen, welche Interessen als höherrangig anzusehen sind. Wenn man den Ortsteilbewohnern den Anblick eines Windrads erspart schadet man gleichzeitig dem Allgemeinwohl der Stadt. Die braucht Einnahmen, um ihre Aufgaben zu erfüllen. Im Allgemeininteresse ist es zudem, die Stromversorgung unabhängig zu machen von fossilen Energieträgern aus autokratisch regierten Ländern und das Klima zu schützen. Aus unserer Sicht ist das Allgemeinwohl als höherrangig zu werten als das Partikularinteresse der Stadtteile Apfelbach und Wachbach.

Einrichtungen, die im Allgemeininteresse liegen und gleichzeitig Belastungen für die Anwohnenden darstellen wie Hochspannungsleitungen, Straßen, Bahnlinien oder Flughäfen könnten nirgends mehr entstehen, wenn man der Logik dieses Gemeinderatsbeschlusses folgen würde. Seiner Verantwortung für das Allgemeinwohl ist der Gemeinderat nicht gerecht geworden indem er das Interesse der Gesamtstadt ignoriert hat.

Ideologische Entscheidung

Unverständlich ist diese Entscheidung des Gemeinderats auch deshalb, weil in derselben Sitzung ein Hitzeaktionsplan beschlossen wurde. Der ist zwar nötig und richtig, weil man sich um die Folgen der Klimakatastrophe wie die Zunahme der Hitzetage kümmern muss. Gleichzeitig aber ein Windrad abzulehnen, das dem Klimaschutz dient und dazu beiträgt klimaneutral zu werden und die Klimaveränderungen abzumildern, ist nur ideologisch zu erklären. Nur wer leugnet, dass der Klimawandel menschengemacht ist, kann so beschließen.

Zurück zur Newsübersicht