Kein ökologisches Vorzeigeprojekt

Bebauungsplan Auenland III beschlossen

Bebauungsplanentwurf Auenland III
Bebauungsplanentwurf Auenland III

Anspruch und Wirklichkeit klaffen beim Neubaugebiet "Auenland III" meilenweit auseinander. Auf bestem Ackerland einsteht kein "ökologisches Vorzeigeprojekt", wie OB Glatthaar in einem Interview mit den Fränkischen Nachrichten behauptet hat, sondern überwiegend ein ganz konventionelles Einfamilienhausgebiet, wie sie schon im vorigen Jahrhundert geschaffen wurden. Mit Grundstücksgrößen bis zu 700 m2 geht es verschwenderisch mit der Fläche um. Mit der Vorschrift, für jede Wohnung zwei Autostellplätze bauen zu müssen, setzt es weiter auf Mobilität mit privaten PKWs. Ein Car-sharing-Auto, das vom Stadtwerk Tauberfranken an der Einfahrt ins Baugebiet bereit gestellt werden soll, ist nur ein ökologisches Feigenblatt. Wer soll es denn noch nutzen, wenn für jede Wohnung zwei private PKWs zur Verfügung stehen?

Während man kein Problem darin sieht, die Häuslesbauer zum Bau von zwei Parkplätzen pro Wohneinheit zu zwingen, wird darauf verzichtet, einen Gebäudeenergiestandard vorzuschreiben. An das mit Holzhackschnitzeln klimaneutral betriebene Fernwärmenetz des Stadtwerks Tauberfranken wird nur der nördliche Teil mit den Mehrfamilienhäusern angeschlossen. CDU-Stadtrat Alexander Hay sprach sich auch noch gegen einen Anschluss- und Benutzungszwang an die Fernwärme aus. Ein Schelm, wer Böses dabei denkt, ist Hay doch Inhaber eines Heizungsbaubetriebes. Es mag ihn beruhigen, dass der weit größere südliche Teil mit den Einfamilienhäusern keine Fernwärme, sondern ganz konventionelle Heizungsanlagen bekommt. Es bleibt diesen Bauwilligen selbst überlassen, welche Energieform sie nutzen. Klimaschützend ist das nicht.

Mit dem "Auenland III" als Musterlösung für klimaneutrales und umweltschonendes Wohnen will sich Bad Mergentheim für eine Landesgartenschau bewerben. Das ist Etikettenschwindel. Wer ökologische Vorzeigeprojekte besichtigen will, darf nicht nach Mergentheim kommen. Daran ändert auch nicht, dass es auf unseren Antrag hin gelungen ist, Steingärten in diesem Baugebiet zu verbieten und die Begrünung unüberbauter Flächen  zu verlangen.

Zurück