Wir halten zusammen

Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger,

wir sind sehr froh darüber, dass Sie die Einschränkungen so gut einhalten, die nötig sind, damit sich das SARS-CoV2-Virus nicht mehr so stark ausbreiten kann. Vielen Dank dafür. Wir sind uns bewusst, dass diese Zeit für alle sehr schwer ist. Es ist schwer für Eltern, die neben ihrer Arbeit auch noch ihre Kinder betreuen und unterrichten müssen. Großeltern müssen auf Besuche ihrer Kinder und Enkel verzichten. Es ist extrem belastend für die Menschen in unseren Gesundheitseinrichtungen, die besonders viel leisten müssen und dabei auch noch ein erhöhtes Risiko tragen, sich selbst anzustecken. Wir danken allen Menschen, die unsere Versorgung aufrecht erhalten. Und wir hoffen natürlich, dass dieser Zustand baldmöglichst wieder aufgehoben werden kann.

Solidarität in Europa

In Deutschland geht es uns noch vergleichsweise gut. Wir sind wirtschaftlich stark. Mit staatlicher Hilfe können die schlimmsten wirtschaftlichen Folgen abgemildert werden. Unser Gesundheitssystem ist besser als in vielen anderen Ländern, jedoch nicht unbegrenzt belastbar. Wir sind tief bestürzt über die teils katastrophalen Verhältnisse in Norditalien, Spanien oder Ost-Frankreich, wo betroffene Menschen nicht mehr behandelt werden können. Solche Zustände gilt es zu verhindern. Dazu sind die Kontaktverbote nötig. Es ist richtig, dass Deutschland schwer Kranke aus diesen Gebieten aufnimmt und in seinen Kliniken behandelt. Hier zeigt sich, dass wir Europäer zusammenhalten, statt uns nationalistisch abzuschotten. Wir denken ebenso an die Menschen in den völlig überfüllten Flüchtlingslagern auf den griechischen Inseln. Sollte das Virus dort ankommen, droht ein Massensterben. Es gilt nun, die Zusagen der Bundesregierung einzuhalten und unbegleitete minderjährige Flüchtlinge aus diesen Lagern in Sicherheit zu bringen. Die Lager auf den griechischen Inseln müssen evakuiert werden. Griechenland braucht hierfür die Unterstützung anderer EU-Länder, die Flüchtlinge aufnehmen (#LeaveNoOneBehind).

Corona in Bad Mergentheim

Da die Schulen geschlossen sind, muss Unterricht übers Internet stattfinden. Jetzt wird spürbar, dass die Digitalisierung unserer Schulen noch in den Anfängen steckt. Wir Grüne werden darauf achten, dass die Digitalisierung der Schulen vorangetrieben wird. In der Krise steckt auch eine Chance. Die jetzigen Erfahrungen tragen möglicherweise dazu bei, dass ein neuer Schub für die Digitalisierung des Unterrichts entsteht, der auch nach der Krise für gute Bildungschancen für unsere Kinder sorgt.

Der Staat wird viel dafür tun, um die wirtschaftlichen Folgen so gering wie möglich zu halten. Unsere Stadtverwaltung informiert laufend über alle Hilfen. Ganz spurlos wird die Krise aber nicht an uns vorbeigehen. Wir rechnen mit großen Einnahmeausfällen der Stadt und bitten schon jetzt um Verständnis dafür, dass wir Projekte zurückstellen müssen und manche Wünsche nicht erfüllen können.

Helfen Sie mit

Das Wichtigste ist, bleiben Sie gesund. Beschränken Sie ihre Kontakte auf das Nötigste, bleiben Sie aber in Kontakt miteinander, in gebührendem Sicherheitsabstand, über Telefon und Internet. Wir sind soziale Wesen und soziale Kontakte sind lebensnotwendig. Halten Sie sich aber auch mit Bewegung gesund. Machen Sie Spaziergänge allein oder zu zweit, fahren Sie Rad oder machen Gymnastik. Unterstützen Sie die örtlichen Betriebe, um sie durch die Krise zu bringen indem Sie zum Beispiel deren Online-Angebote oder Gutscheine nutzen. Dafür danken wir Ihnen.

Was kommt nach der Corona-Krise?

Wenn die Infektionsraten gesunken sind werden wir uns auch wieder anderen Aufgaben widmen müssen. Denn der Klimawandel ist aktuell zwar nicht im Bewusstsein der Menschen, er schreitet aber fort. Wir werden uns weiter dafür stark machen, ihn zu bekämpfen. Wir setzen uns für die Verkehrs-, Agrar- und Energiewende ein, um den Klimawandel zu stoppen. Konsequenz der jetzigen Erfahrungen muss auch sein, die Globalisierung unserer Wirtschaft zu hinterfragen. Wenn Medikamente und Schutzausrüstung nicht mehr geliefert werden können, weil die Produktion ganz nach Indien und China verlagert worden ist, müssen wir das rückgängig machen. Ebenso gilt es, sich für eine gerechtere Bezahlung der Menschen einzusetzen, die in systemrelevanten Berufen wie dem Gesundheits- oder Transportwesen tätig sind.

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