Gemeinderat begeht Umweltfrevel

Mikroplastikschleuder Kunstrasen beschlossen

Kunstrasenplätze können ganzjährig bespielt werden. Sie leiden zum Beispiel nicht unter der großen Trockenheit, die wir durch den Klimawandel in den letzten beiden Jahren erlebt haben. Daher ist es verständlich, dass sich Sportvereine Kunstrasen wünschen.

Andererseits aber geht von ihm jede Menge Mikroplastik in die Umwelt. Schuld daran ist vor allem das Kunststoffgranulat, das in großen Mengen eingebracht und jährlich ergänzt wird, um den Rasen weich zu machen. Umweltverträgliche Alternativen wie Kork oder Sand bringen andere Probleme mit sich und sind anscheinend kein geeigneter Ersatz. Aber auch vom Kunstrasen selbst wird Mikroplastik freigesetzt, zum Beispiel durch Beschädigungen von den Stollenschuhen. Im Kern geht es also um die Frage, was schwerer wiegt: Der Wunsch einiger Sportler nach einem Kunstrasen, oder der Schutz der Allgemeinheit vor dem Mikroplastik.

In diesem Konflikt haben nur wir Grüne gegen den Kunstrasen und für die Vermeidung von Mikroplastik gestimmt. Alle anderen erklärten die Wünsche der Sportvereine kurzerhand zum Allgemeinwohl und sagten Ja zum Kunstrasen.

Finanzierung ungeklärt

Ein Kunstrasenspielfeld ist zudem nicht gerade billig. Man rechnet mit Kosten von 500.000 Euro. Die Befürworter blieben eine Antwort darauf schuldig, wo das viele Geld dafür herkommen soll. Wie man eine solche freiwillige Leistung beschließen kann ist uns ein Rätsel, da die Stadt aktuell nicht einmal in der Lage ist, ihre absoluten Pflichtaufgaben zu erfüllen und genügend Kindergartenplätze und Schulen vorzuhalten.

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